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Donnerstag, 12. Juni 2008

Neues Blog zum Thema Softwarearchitektur - The Architect´s Napkin

So, nun kann ich es nicht länger aufschieben. Ich muss einfach mal meine Ideen zum Thema Softwarearchitektur zusammenfassen. Immer wieder fragen mich meine Beratungskunden, ob ich nicht ein Buch für sie hätte, in dem sie das, worüber wir sprechen und was wir gemeinsam üben, nachlesen könnten.

Nicht, dass ich nicht schon über meine Ideen oder gar meine "Methode" geschrieben hätte. In meinem englischen Blog hatte ich die Softwarezellen eingeführt, hier im deutschen Blog dann "Software als System". In der dotnetpro beschreibe ich auch immer wieder Aspekte der Softwarearchitektur. Allein ein Ort, an dem alles gesammelt zu finden ist, fehlte bisher. Das soll nun mit meinem neuen Blog The Architect´s Napkin - "Des Architekten Serviette" anders werden. (Sorry, ich sah mich genötigt, es auf Englisch zu verfassen, da ich nur so die Chance habe, eine größere Leserschaft zu finden, die vielleicht mit mir auch über dieses wichtige Thema und meinen Ansatz diskutiert.)

In dem Blog entwickle ich meine Ideen nochmal von Grund auf, fasse zusammen, was ich bisher schon geschrieben habe und füge dann natürlich auch Neues, Unveröffentlichtes hinzu. Die Reihenfolge ist dort lose - Theorie und Praxis werden sich abwechseln -, aber der Fokus ist klar. Ich habe sozusagen meine Blog-Aktivitäten ein weiteres Mal partitioniert bzw. refaktorisiert. So steigt die Kohäsion, die thematische Nähe in den jeweiligen Blogs.

image Unmittelbaren Anstoß für diese Aktion war die Lektüre von "The Back of the Napkin", das mit klar gemacht hat, wie wichtig Visualisierungen sind und wie wichtig darüber hinaus einfache Visualisierungen sind. Denn Architektur scheint auch immer schwieriger als nötig wahrgenommen zu werden, weil eine diffuse Angst herrscht, ob man denn auch alle Darstellungsansprüche erfüllen kann.

Dem und jedem anderen Nimbus von Softwarearchitektur als Elfeinbeinturmkunst werfe ich deshalb mit einer sehr konsequent minimalistischen Darstellungsweise entgegen: alle Architekturdiagramme finden Platz auf einer Serviette.

Das sieht dann z.B. so aus

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oder so

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Des Gedanke dahinter: Wenn etwas nicht auf eine Serviette in übersichtlicher Weise passt, dann ist es schon zu kompliziert. Architekturdiagramme sollen nicht nur gezeichnet, sondern vor allem verstanden werden. Deshalb sollten Softwarearchitekten darauf achten, ihre Gesprächspartner nicht mit visuellen und konzeptionellen Details zu überfordern.

So meine These, die ich versuchen werde, mit meinem Blog zu bestätigen. Ich würde mich freuen, wenn Sie mitlesen und mitdiskutieren würden. Bis bald bei...

The Architect´s Napkin

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Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Wieso nicht einfach *ein* Blog, in dem alles drinsteht? Zur thematischen Gliederung gibt's ja die Tags... Ich sehe keinen Sinn darin, seine Ideen auf fast ein halbes Dutzend Blogs zu verteilen. Alles in einem Blog würde auch viel aktiver aussehen...

Ralf Westphal - One Man Think Tank hat gesagt…

@Anonym: Auf deine Kritik lässt sich aus unterschiedlichen Blickwinkeln reagieren:

Antwort 1: Du hast Recht. Technisch könnten alle alles in ein Blog schreiben. Mit Tags könnte dann jeder daraus filtern (nach Autor oder Thema), was er möchte. Im kleineren Maßstab könnte ich das zumindest für mein Geschreibsel machen; dann würde die Filterung nach Autor unnötig.

Antwort 2: Das ist Geschmackssache. Die würde es - aus welchen Gründen auch immer - mehr gefallen, wenn ich alles in ein Blog packen würde - mir zumindest gefällt das eben nicht. Einfach so. Allerdings erübrigt sich dann auch jede Dikussion; denn Geschmackssachen sind ja subjektiv.

Antwort 3: Nicht Geschmack oder technische Möglichkeit sollten Leitlinien sein, sondern Prinzipien und Werte.

Da ließe sich dann z.B. das Prinzip der Vorfilterung anführen. Indem ich mehrere Blogs unterhalte, filtere ich meinen Content vor, so dass diese Arbeit eben nicht von jedem immer wieder geleistet werden muss.

Da ließe sich auch Profil als Grund nennen. Menschen mögen (meistens) klare Profile. Sie mögen nicht, wenn sich ihnen immer wieder die Frage aufdrängt, "Hä, was hat das nun wieder mit dem anderen Zeug zu tun?". Mit mehreren Blogs habe ich mehrere klare Profile, zu denen sich ein Leser bekennen kann oder nicht. Da gibt es dann weniger Überraschungen.

Und es ließe sich auch anführen, dass nicht alle Leser des Englischen und Deutschen gleich mächtig sind. Denen gegenüber halte ich es für zumindest höflich, in einem Blog zumindest nur in einer Sprache zu schreiben.

Auch könnte es Grund genug sein, sich sozusagen durch einen besonderen Platz und ein Format als Autor (und als Leser) besser auf ein Thema konzentrieren zu können.

Weitere prinzipielle Gründe ließen sich anführen. Aber ich will es abkürzen:

Aus einer Mischung aus Geschmacks- und Prinzipiengründen habe ich mich für ein weiteres Blog entschieden.

Die technisch machbare Filterung eines Blogs war für mich unerheblich angesichts einer anderen technischen Möglichkeit: Wer sich für mehr als eines meiner Blogs interessiert, muss keinen großen Aufwand betreiben, um bei allen auf dem Laufenden zu bleiben. Einfach alle Adressen in einen RSS-Reader wie Newsgator eintragen und fertig. Das ist nicht nur möglich, sondern auch einfacher in Bezug auf die Filterung.

Ralf Westphal - One Man Think Tank hat gesagt…

@Anonym: Auch an die Aktivität eines Blogs habe ich keinen Gedanken verschwendet. Ich blogge nicht, um aktiv auszusehen. Entweder bin ich aktiv oder nicht. Zeigen tut sich das aber nicht unbedingt an meinen Blogs. Mal passiert dort mehr, mal weniger. Es gibt ja auch keinen Zwang, ein Blog am Leben zu halten. Frisst ja kein Brot und macht den RSS-Reader nicht dick.

Mariusz hat gesagt…

Ich finde es super, dass du versuchst deine Gedanken, Ideen und vorhanden Artikel in einem neuen Blog unter einem Hut zubringen.
Ich bin schon lange auf der Suche nach einem guten Software Architektur Blog, konnte bis dato leider nichts finden, was sich ausschließlich mit diesem Thema beschäftigt.

Dein Soft-Arch Blog wurde nun abonniert und wird in regelmäßigen Abständen besucht.

Danke dir ;-)

Anonym hat gesagt…

Hallo Ralph. Danke für deine ausführliche "Stellungnahme", die ich auch nachvollziehen kann. Allerdings ist diese Konstellation ("wenige" Beiträge vs. "viele" Einzelblogs) doch sehr unüblich. Vielleicht ist es das, was mich "stört". Auch weil ich schon einige Dutzend Feeds abonniert habe, und von dir gleich mehrere dabei sind bzw. dazukommen, in denen dann vergleichsweise wenig frequentiell neue Beiträge erscheinen. Aber letztendendes ist es natürlich einzig deine Entscheidung. *g*

Ralf Westphal - One Man Think Tank hat gesagt…

@Anonym: Aber das ist doch grad das Schöne an RSS und Push: Du kannst abonnieren wie du willst: du bekommst immer nur da etwas, wo sich was tut. Du musst nicht aktiv und womögl vergeblich nachschauen. Deshalb ists doch im Grunde egal, ob 1 Blog oder 5 oder 10. Du hast es gleich hübsch in Rubriken im RSS Reader.

Anyway: happy reading!

oo hat gesagt…

Wunderbar! Nun muss ich nicht mehr für meinen Kollegen übersetzen. Wär flott wenn Du mal in London eine Session geben könntest ;)

Ralf Westphal - One Man Think Tank hat gesagt…

@oo: Eine Session in London? Gern. Jederzeit. 1 Std oder 1 Tag oder 1 Woche. Alles möglich. Lass uns gern per Email drüber sprechen. Könnte ja auch zusammen mit der NUG London sein; es gibt bestimmt eine.

(Auf der Software Architect 07 hab ich auch einen Talk über Softwarezellen gemacht.)

Anonym hat gesagt…

Anonym hat Recht